23. Oktober 2026

PDB – „Marktkommentar“ (07.2026)

PDB – „Marktkommentar“ (07.2026)

Sehr geehrte Kunden,

die Welt könnte so friedlich sein – doch leider ist die Wirklichkeit eine andere.

Mit dem Angriff auf den Iran ist ein neues Krisengebiet entstanden, dass uns noch länger beschäftigen dürfte.

Themen dieser Ausgabe:
„Aktuelle Börsenlage“
„Branchenentwicklung“
„KI im Wandel“
„Wie wirken sich die Mid-Terms-Elaction oft auf die Börse aus?“
„Menschliche Intelligenz als Fondskonzept“

„Der DAX tritt auf der Stelle, andere Börsen laufen“

Wie immer an dieser Stelle ein kurzer Rückblick auf unseren letzten Marktkommentar vom Anfang des Jahres. Unser “Seite 1 – Fazit” lautete:

“ 2026 dürfte ein sehr spannendes Börsenjahr werden. Wir sehen aber insgesamt mehr Chancen als Risiken und empfehlen auch diesmal, übergewichtet in Aktien zu bleiben. Gerne weiter mit einem Schwerpunkt in den USA – und ersten Investitionen in die Schwellenländer (u.a. Asien). “

Wenn man den DAX-Stand vom Jahresanfang (ca. 24.500) mit dem Stand zur Jahresmitte (ca. 25.000 Punkte) vergleicht, könnte man zu dem Fazit kommen, dass doch alles gut gelaufen ist. Aber leider ist nicht alles in Ordnung – und schon gar nicht beim DAX.

Im März kam es nach dem Beginn des Krieges mit dem Iran zwischenzeitlich zu Kursverlusten von oft über 10% an den Weltbörsen, die aber Anfang April durch die Ankündigung eines Waffenstillstandes schnell wieder aufgeholt wurden. Doch die letzten Spannungen – mit immer neuen Angriffen – sorgen weiter für Verunsicherung, die wohl noch länger anhalten dürfte.

An den Märkten ergaben sich sehr unterschiedliche Bewegungen. Die USA konnten durch starke Gewinne bei den Tech-Aktien insgesamt gut 10% im ersten Halbjahr zulegen, der EuroStoxx (als Referenz für Europa) immerhin noch ca. 7%. Der DAX wurde mit seinem nur kleinen Gewinn von 2% eher abgehängt – ein Spiegelbild für die wirtschaftliche Lage in unserem Land. Und auch die einzelnen Branchen entwickelten sich sehr unterschiedlich. Zu den Gewinnern und Verlierern ausführlichere Informationen auf der nächsten Seite.

Fazit: Ein sehr turbulenter Jahresauftakt dürfte seine Fortsetzung in weiter unruhigen Monaten finden. Solange der Iran-Konflikt anhält und die Straße von Hormus gesperrt bleibt, agieren die Märkte nervös – auch w. dem Ölpreis. Dennoch bleiben wir investiert und erwarten besonders im vierten Quartal nach den US-Midterms (03.11.26) einen freundlichen Jahresausklang.

„Wie entwickelten sich unterschiedliche Branchen bisher in 2026?“

Das Jahr 2026 verlief bisher sehr unterschiedlich für einzelne Branchen. Energieaktien stiegen aufgrund höherer Energiepreise. Viele Technologieaktien profitierten vom Thema „KI“. Ebenso verschiedene Industrieaktien, wenn deren Geschäfte vom Thema KI ebenfalls positiv berührt werden (u.a. Konzerne, die neue Rechenzentren bauen, ausrüsten oder hierfür benötigte Leitungen liefern). Auch Biotechaktien waren überraschend stark.

Weniger erfolgreich waren die Aktien mit einem eher defensiven Charakter wie Nahrungsmittelkonzerne, Pharma oder Konsumwerte. Auch Gold und Silber mussten Gewinne wieder abgeben. Darunter leiden diverse Mischfonds, die einen Focus auf diese defensiven Werte und Gold haben (wie der Flossbach Multi. Opportunities).

Für unsere Kunden hat es sich ausgezahlt, dass wir schon in der Vergangenheit einen Schwerpunkt auf eine höhere Aktienquote gelegt haben. Dabei favorisieren wir weiterhin Technologiefonds als auch Fonds für US-Aktien – gerne ergänzt durch internationale Aktienfonds und künftig auch durch Fonds für Schwellenländer (Emerging Markets).

„Unser Schwellenländer-Favorit wurde völlig überraschend geschlossen“

Vor gut einem halben Jahr hatten wir den Schroders EM Value empfohlen. Leider hat das Team, das diesen Fonds sehr erfolgreich gemanagt hat, die Fondsgesellschaft verlassen. Sehr überraschend hat Schroders daraufhin den Fonds aufgelöst, alle Aktien verkauft und die Anleger im März ausgezahlt – ein völlig unübliches Vorgehen in der Finanzbranche.

Glücklicherweise konnten wir in Erfahrung bringen, dass die beiden erfolgreichen Manager inzwischen einen neuen Fonds mit gleicher Ausrichtung bei einer anderen Fondsgesellschaft aufgelegt haben, der seit kurzem auch für Privatkunden erhältlich ist.
Uns gefällt dieser neue Fonds aufgrund des bisher sehr guten Management-Teams. Da der Fonds aber noch keine „Historie“ vorweisen kann, wollen wir hier keine „Empfehlung“ aussprechen. Auf Wunsch können wir aber weitere Informationen zur Verfügung stellen.

„KI im Wandel“

ChatGPT wurde Ende 2022 vorgestellt und damit rückte erstmals das Thema „KI“ in den Blickpunkt einer größeren Öffentlichkeit. Anfangs war dies eine bessere Suchmaschine, die viel schneller und umfangreicher als „Google“ das Internet durchforsten konnte.

Inzwischen aber ist „KI“ viel weiter. Die neuen KI-Programme nutzen Agenten ähnlich wie Assistenten. Aufgaben werden oft eigenständig geplant, ausgeführt und dies oft mehrmals hintereinander, bis das gewünschte Ergebnis erreicht wird.

Dies ist natürlich eine vereinfachte Darstellung – aber sie soll zeigen, dass sich „KI“ in ganz neuen Dimensionen bewegt. Alle diese umfangreicheren Funktionen benötigen viel größere Rechenkapazitäten, deutlich mehr Speicherchips – und massiv mehr Energie.

Dies hat zu einer „Neubewertung“ vieler Technologie-Unternehmen geführt. Wer tiefer in das Thema „KI“ einsteigen möchte, dem seien u.a. die Quartalsberichte der BIT Capital empfohlen, die auf deren Homepage unter www.bitcap.com einsehbar sind.

„Warum wir sehr positiv für die nächste 12 Monate gestimmt sind“

Die Sommermonate sind an den Börsen oft eine unruhige Zeit. Viele Investoren sind im Urlaub und halten sich mit Käufen zurück. Oft reicht schon ein nervöses Marktumfeld, um kleinere Börsenverluste auszulösen. Doch oft erholen sich die Märkte spätestens im Oktober, da dann die Unternehmen ihre Zahlen für das III. Quartal und einen Jahresausblick veröffentlichen. Dieses gibt den „Profis“ mehr „Planungssicherheit“ für ihre Investitionen.

Und dann gibt es dieses Jahr noch ein weiteres Ereignis, was die US-Börsen oft positiv beeinflusst – die Mid-Term-Election (Zwischenwahlen) in den USA am 03.11.2026.

Links abgebildet ist eine Übersicht der HSBC, die die durchschnittlichen Quartalsergebnisse des S&P 500-Index im Verlauf des US-Präsidentschaftszyklus zeigt.

Grundsätzlich ist das 4. Quartal oft das beste in einem Jahr – die Gründe haben wir ja oben schon erläutert.

In dem Mid-Term-Jahren sieht das Ergebnis nochmals deutlich besser aus (siehe grüner Pfeil).
Und es wird noch besser, denn auch die beiden dann folgenden Quartale weisen oft überdurchschnittliche Zuwächse aus (siehe lila Pfeil).

Die Begründung hierfür: Oft gewinnt die Partei bei der Präsidentschaftswahl in den USA beide Kammern des US-Kongresses (Repräsentantenhaus und Senat). Damit kann der Präsident sehr schnell neue Gesetze – und damit Veränderungen – auf den Weg bringen. Dieses erfordert dann naturgemäß von den Unternehmen neue Entscheidungen, die dann von den Investoren ebenfalls neu bewertet werden müssen – eine Phase der „Unruhe“.

Bei den „MidTerm-Wahlen“ zwei Jahre später „erteilen“ die Wähler aber häufig der regierenden Partei einen „Denkzettel“. Oft wechselt dann die Mehrheit in einer der beiden Kongresskammern. Und dann kommt es im Kongress häufig zu einem „Patt“, der es dem Präsidenten viel schwieriger macht, neue Gesetze durchzubringen. Dieses Szenario könnte auch Donald Trump Anfang November drohen.

Weniger Gesetze bedeuten aber weniger Veränderungen – und weniger Unruhe. Dieses Umfeld mit seiner besseren Planbarkeit lieben Investoren. Dadurch steigt deren Investitionsbereitschaft und dies führt oft zu steigenden Börsenkurse.

Natürlich gibt es für dieses Szenario keine Garantie. Aber wir favorisieren eine solch positive Annahme. Und natürlich könnte sich die Situation im Iran (und vielleicht auch in der Ukraine) im Jahresverlauf entspannen, was den Börsen noch zusätzlichen Rückenwind verleihen würde. Vor dem Hintergrund dieser Annahmen empfehlen wir unseren Kunden, spätestens bis Ende September in den Depots entsprechend positioniert zu sein.

„Statt KI – Aktienanlage mit menschlicher Intelligenz“

Bei unseren steten Recherchen nach guten Anlageideen ist uns der „Human Intelligence“ positiv aufgefallen. Dieser international ausgerichtete Aktienfonds wird seit fast 5 Jahren von der Freiburger Greiff Capital gemanagt, die schon seit 20 Jahren am Markt aktiv ist.

Greiff Capital erstellt schon seit vielen Jahren umfangreiche Studien, um gute aktive Fondsmanager zu identifizieren. Die Ergebnisse werden 1x jährlich (meist im August) in der Zeitschrift „Capital“ veröffentlicht.

Bei diesen Studien ist Greiff aufgefallen, dass aktive Fondsmanager ihre guten Ergebnisse oft nur wenigen Aktien verdanken, die in den Fonds hoch gewichtet werden.

Wenn nun mehrere gute Fondsmanager die gleichen Aktien deutlich übergewichten, investiert der „Human Intelligence“ in genau diese Aktien. Und da aktive Fondsmanager ihre Favoriten häufig wechseln, verändert auch der „Human Intelligence“ sehr oft seine Aktien.

Oben finden Sie den Vergleich vom “Human Intelligence“ mit dem MSCI-World-Index und dem „All-Stars 10×10“ (einer unserer Empfehlungen von vor drei Jahren). Gut zu erkennen, dass der „Human Intelligence“ den schon guten weltweiten MSCI-World-Index noch deutlich abhängen konnte. Uns hat dieses Konzept überzeugt. Weniger glücklich sind wir inzwischen mit dem „All Stars 10×10“, der zwar nicht enttäuscht hat, aber unter seinen Möglichkeiten geblieben ist.

Sprechen Sie uns gerne für weitere Informationen zu diesen Fonds an.

Nachfolgend die wesentlichen Anlegerinformationen zum „Human Intelligence“:
https://fondswelt.hansainvest.com/uploads/documents/priips/PRIIPS_DE000A3CNF56_1077003_DE_DE_2026-07-16_6a588f6b23f4b.pdf

Abschließend wünschen wir Ihnen allen eine schöne Sommer- und Urlaubszeit.
Ihr Team der PDB Anlage-Management AG


Rechtliche Hinweise/Disclaimer:

Die Anlageberatung und Anlagevermittlung (§ 2 Abs. 2 Nr. 3 und 4 WpIG) bieten wir Ihnen ausschließlich als vertraglich gebundener Vermittler gemäß § 3 Abs. 2 WpIG für Rechnung und unter der Haftung der Netfonds Financial Service GmbH, Heidenkampsweg 73, 20097 Hamburg (NFS) an. Die NFS ist ein Wertpapierinstitut gem. § 2 Abs. 1 WpIG und verfügt über die erforderlichen Erlaubnisse der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage im Impressum.

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